Geheimnisse, Rätsel und Legenden haften der h-Moll-Sinfonie von Franz Schubert an. Der Komponist hat nur zwei Sätze davon ausgearbeitet. Das Manuskript endet mit einem Bruchstück des dritten Satzes, das 9 Takte umfasst. Erst 1968 (!) fand man die nächste Seite der Partitur: die Takte 10-20. Wer hat diese Seite abgetrennt? Und warum? Und – die viel wesentlichere Frage: Was hat Schubert davon abgehalten, diesen Torso zu vervollständigen?

Bis heute stehen die Antworten auf diese Fragen aus. Tatsache ist: die ersten beiden Sätze der Unvollendeten erfreuen sich einer schier überwältigenden Beliebtheit. Wie die Sinfonie in Gänze hätte klingen können, zeigt der Dirigent, Pianist und Musikwissenschaftler Mario Venzago mit seiner aus Skizzen und vorhandenen Schubert-Werken vervollständigten Fassung. Mit dem berühmten Kammerorchester Basel.