Wer war Maryla Jonas? Selbst ausgewiesene Klavierexperten geraten da ins Grübeln. Dabei besitzt die gebürtige Polin eine faszinierende Geschichte. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges musste die damals 29-jährige Pianistin aus ihrem Heimatland fliehen. Und das ausgerechnet erst zu Fuß (!) nach Berlin. Von dort aus ging es weiter nach Brasilien, wo sie vorerst nicht mehr auftrat. Erst als ihr Landsmann Artur Rubinstein sie zu Konzerten überreden konnte – und nach erfolgreichen Rezitals in der New Yorker Carnegie Hall – winkte die Plattenfirma. Große Aufnahmen und Auftritte folgten, doch eine Krankheit zwang sie zum vorzeitigen Rückzug. Sie starb 1959. Geblieben sind legendäre Einspielungen aus den Jahren 1946 bis 1953, vor allem von Chopins Mazurken und Nocturnes. Legendär deshalb, weil sie einerseits äußerst rar sind. Sie erscheinen hier erstmals auf CD. Und andererseits dokumentieren sie interpretatorisch in ihrer von Eleganz ummantelten Ausdruckskraft eine singuläre Stimme. Maryla Jonas‘ sämtliche Aufnahmen wurden aufwendig remastered und erscheinen – mit einem ausführlichen Essay – auf insgesamt 4 CDs.