Ein Weihnachtsoratorium gehört einfach zum schönsten Fest des Jahres, es muss aber nicht immer Bach sein.

Das Il Verbo in carne von Nicola Porpora wurde 1747 in Neapel uraufgeführt und erst kürzlich vom Kammerorchester Basel wiederentdeckt. Unter der Leitung von Riccardo Minasi und zusammen mit exzellenten Solisten ermöglicht das Orchester die Wiederentdeckung eines Meisterwerks der neapolitanischen Schule.

Diese Aufnahme enthält die herausragendsten Teile des 3-Stunden-Oratoriums. Dabei wird die Weihnachtsgeschichte von einzigartig allegorischen Figuren erzählt. Die vier Solorollen, Menschheit (erscheint nur im Prolog), Gerechtigkeit (Roberta Invernizzi), Frieden (Terry Wey) und Wahrheit (Martin Vanberg) kommentieren die Geschichte von der Geburt Christi. 

Neben Wiegenliedern und Pastoralen enthält Porporas Oratorium große Vokalwerke, die ihn als einen der größten Opernkomponisten und Gesangslehrer seiner Zeit kennzeichnen. Zu den bedeutendsten Momenten in dieser Partitur zählt das Duett zwischen Gerechtigkeit und Frieden (Lascia, ch ' Io Veda almeno). Diese und viele weitere außergewöhnliche Teile des Oratoriums von Porpora (wie die Arien Pietà di quel Bel Cuore und Sentir quei teneri) werden vom Orchester in einer Form gespielt, wie zuletzt zur Oratorienpremiere 1747.