Teodor Currentzis ist gerade der am heißesten gehandelte Dirigent“, hieß es im Spätsommer 2017 im Berliner Tagesspiegel, nachdem der Grieche mit Mozarts „La Clemenza di Tito“ die Salzburger Festspiele im Sturm erobert hatte. 2018 dann war seine zyklische Aufführung sämtlicher Beethoven-Sinfonien eines der umjubelten und meistdiskutierten musikalischen Ereignisse an der Salzach.

Im September 2018 beginnt er sein neues Amt als Chef des SWR Sinfonieorchesters in Stuttgart. Parallel erscheint Teodor Currentzis' erste Auseinandersetzung mit Gustav Mahler auf CD, die höchstpersönliche Sechste, virtuos-modern, präzise bis in kleinste Motivverästelungen, dabei voller wienerischer Abgrundangst von ihm inszeniert und atemberaubend klar gespielt von seinem Ensemble MusicAeterna.

Die rein instrumentale, viersätzige Sechste gilt als Mahlers dunkelste Sinfonie, entstanden 1904 und 1905, begleitet von einer Reihe persönlicher Schicksalsschläge, wodurch vor allem der umfangreiche Schlusssatz einen prophetischen, endzeitlichen Charakter bekommt.