Das französische Trio Les Esprits mit Adam Laloum (Klavier), Mi-sa Yang (Violine) und Victor Julien-Laferrière (Cello), hat seit seiner Gründung 2012 mit fulminanten Konzertauftritten und Einspielungen Publikum und Fachwelt beeindruckt. Besonders ihre sensiblen Interpretationen der romantischen Literatur von Schumann, Brahms und Dvorák hinterließen starke Eindrücke.

Alle drei Musiker haben wichtige Preise gewonnen: So entschied Adam Laloum 2009 den Clara-Haskil-Wettbewerb für sich und legte Anfang 2018 eine vielbeachtete Einspielung der beiden Brahms-Klavierkonzerte bei Sony Classical vor. Mi-sa Yang war erste Preisträgerin beim Yehudi Menuhin-Wettbewerb, Victor Julien-Laferrière hat beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel gesiegt, zu dem erst seit kurzem das Fach Cello gehört.

Ihr Album mit den beiden Klaviertrios in B-Dur D 898 und Es-Dur D 929 von Franz Schubert wird programmatisch ergänzt von der Arpeggione-Sonata (in der Version für Violoncello) in a-Moll D 821 und der Fantasie für Violine und Klavier C-Dur D 934. Wie viele Werke Schuberts entstanden sie offenbar gezielt für den Freundeskreis, im Falle der Klaviertrios für das frisch gegründete Schuppanzigh-Trio. Da die Autographen verloren gegangen sind, ist eine genaue Datierung unklar. Beide Trios dürften aber 1827/28 entstanden sein, wahrscheinlich im Umfeld der "Winterreise". Allgemein werden sie als zentrale Werke von Schuberts Spätwerk, insofern man das bei dem Jungverstorbenen sagen kann, angesehen. Robert Schumann sah sie als „zürnende Himmelserscheinung“ über das damalige „Musiktreiben hinweg gehen“. Das melancholisch-abgründige „Andante con moto“ des Es-Dur Trios wurde zudem durch die Verwendung in Stanley Kubricks Thackeray-Verfilmung „Barry Lyndon“ (1975) bekannt.