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CDs 2016

Nikolaus Harnoncourt – Beethoven: Missa Solemnis in D Major, Op. 123

Bis zum letzten Tag ein Suchender, ein nie Zufriedener, einer, der hinter dem Lärm die Stille, vielleicht sogar das Nichts suchte, der uneitel wie ein Priester der Musik diente wie kein Zweiter. Nikolaus Harnoncourt hinterließ uns mit dem Mitschnitt der Missa solemnis, aufgenommen im Juli 2015 im Stephaniensaal zu Graz, eine in ihrer Suche nach den Ursprüngen wahrlich verstörende Interpretation. Kein Junger, nicht ein einziger von all den hochbegabten „Nachwuchs“ Dirigenten wagt, was Harnoncourt bis zuletzt nicht nur gewagt, sondern als Programm seines ungeschriebene künstlerischen Manifests kompromisslos gelebt hat: die Unbedingtheit einer Wahrheit in Tönen, den allerhöchsten Respekt vor den Schöpfungen der Genies der Musikgeschichte, sein ganz persönliches subjektives Empfinden verbunden mit dem Glauben an die Richtigkeit des ewigen Versuchens, an die Vergeblichkeit endgültiger Antworten. Daraus resultiert eine Radikalität im Neu-Erhören, die nur den allergrößten Interpreten vorbehalten bleibt. […] Anm.: Der Widmungsträger der Missa solemnis, Erzherzog Rudolph von Österreich, ein ehemaliger Schüler und Freund Beethovens, war der jüngste Bruder von Erzherzog Johann war, der Ururgroßvater von Nikolaus Harnoncourt.

(Der neue Merker)

 

Cameron Carpenter – All You Need is Bach

Sein neues Projekt wird orthodoxe Klassikliebhaber garantiert wieder auf die Palme bringen. …unkonventionell, zutiefst lebhaft und von jeglichem Puderperückenstaub befreit.

(Rolling Stone)

 

Dann setzt Carpenter sich an die Orgel, und es passiert etwas Faszinierendes: Manchmal scheint gerade die Unterforderung für ihn die eigentliche Herausforderung zu sein. Er hämmert seine ureigene Beatles-Interpretation heraus, erkennbar und dennoch neu, klassisch geformt, postmodern geklittert – die Orgel als wahnsinnige Mythenmangel.

(Rolling Stone)

 

Auf seiner Orgel, auf der er eine unvorstellbare Palette an Klangfarben produzieren kann, bringt Carpenter damit einerseits wieder etwas von jenem Glamour ins Spiel, mit dem er das Orgelrepertoire seit vielen Jahren mächtig durchgepustet hat. Zugleich weiß der Amerikaner natürlich nur allzu genau um die Dimensionen der für Orgel geschriebenen Bach-Kathedralen. Die Passacaglia und Fuge BWV 582 entwickeln sich unter seinen Händen zu einem intellektuellen und sinnlichen Großereignis. Gleiches gelingt Carpenter mit dem Contrapunctus IX aus der Kunst der Fuge, bei der Gelehrsamkeit in Vergnügen umschlägt.

(Rondo)

 

Da seine umwerfend variable Orgel auch den Barock-Sound perfekt "drauf" hat, dürften Bach-Fans vollends entzückt sein.

(Spiegel Online)

 

Heute ist Carpenter der Megastar an der Orgel – das internationale Orgel-Enfant-terrible.

(Crescendo)

 

Mit seinem neuen Album All You Need Is Bach vereint Orgel-Freak Cameron Carpenter das Barock mit dem Pop – und lässt hören, wie sinnlich echte Avantgarde ist.

(Crescendo)

 

Revolutionär ist diese Aufnahme, weil diese Orgelstücke wohl zum ersten Mal überhaupt erklingen, ohne dass Zugeständnisse gemacht werden mussten – an die wabernde Akustik einer Kirche, an die schwergängige Mechanik einer alten Orgel oder an die Finger- und Fußfertigkeit des Spielers. Die digitale Touring-Orgel und die Virtuosität Cameron Carpenters machen es möglich. Die Orgeltriosonaten wälzen sich nicht mehr mehlsackschwer voran, sondern dürfen endlich tanzen; die Französische Suite erfährt unter Carpenters fantasievoller, den historischen Vorbildern stets verbundenen Registrierung eine kecke Farbauffrischung. Bach hätte seine Freude gehabt.

(Fono Forum, Musik und Klang *****)

 

Orgelrevoluzzer Cameron Carpenter bürstet Bachs Musik gegen den Strich. Kein Zweifel: Carpenter hat die Orgelwelt revolutioniert. Mit seiner monumentalen, aber transportablen Digitalorgel hat der Mann nicht nur die Jahrhunderte währende Abhängigkeit des Organisten von vorgegebenen Räumen und Instrumenten aufgebrochen, das eine Million Dollar teure Instrument ermöglicht ihm auch neuartige Klangwirkungen, die auf keiner Pfeifenorgel der Welt so realisiert werden könnten. Und das nutzt Carpenter auch bei der Musik von Johann Sebastian Bach. manches mag einem zunächst aberwitzig vorkommen, doch Carpenter schwert sich nun einmal nicht groß um Traditionen. Und das Spektrum an Farben und Texturen, mit dem er hier Bachs Musik neu beleuchtet, ist fraglos nachhaltig faszinierend. Zudem ist Carpenter ein Virtuose, der auch im polyfonen Fugendickicht stets den Überblick behält, […].

(Concerti)

 

Flirrend im Duktus, schwebend in der Balance, favorisiert Carpenter grundsätzlich einen, sagen wir einmal: den Himmel durchtanzenden Interpretationsstil von milder Ekstatik. Detaillistisch ausgepinselt in allen Nebenstimmen, bekennt sich Carpenter zu einem säkularen Verständnis der zumeist sakralen Werke Bachs. Alles bleibt leichtgängig, unfeierlich, auch etwas pittoresk, um nicht zu sagen: niedlich – wenn man es nämlich mit hehren, auf Erhabenheit setzenden Interpretationen der Vergangenheit vergleicht. […] Aufgenommen auf seiner neuen Touring-Orgel, aber in der Akustik der Berliner Jesus-Christus-Kirche … ist dies zweifellos ein überragendes Dokument der Neu-Beschäftigung mit Bach. Auch der abgewandelten Beatles-Devise All You Need Is Bach ist zuzustimmen.

(Kulturradio *****)

Martha Argerich – The Complete Sony Classical Recordings

… die Sony Auswahl, wo sie [Martha Argerich] mit James Galway und Ivry Gitlis Sonaten von Prokofjew, Tranck und Debussy spielt, hat es in sich: Sie beweist, dass sie eine der bedeutendsten Kammermusikerinnen unserer Zeit ist. Konzertaufnahmen mit der London Sinfonietta sowie ein Live-Dokument mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado mit Strauss‘ Bruleske runden diese Edition ab.

(Rondo)

 

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker – Hora Cero

Wenn die Spieler aber, wie jetzt beim Tango-Projekt, gleichzeitig als ihre eigene Perkussion-Gruppe druckvolle Beats produzieren müssen, dann ergibt sich zwischen schwelgerischer Melodik und schrundigen Schabegeräuschen von Rosshaar auf Stahlsaiten ein faszinierender, energiegeladener, absolut eigenständiger Sound. Dessen Reichtum in dem liegt, was David Riniker seinen Kollegen zwischen Hauptlinie und Begleitung maßgeschneidert in die Noten schreibt: tausend raffinierte Details nämlich, unterschwellige Gegenbewegungen, Kommentare aus dem Off, verrückte Knarr- und Schnalz-Effekte, deren Erzeugungsmethoden rätselhaft bleiben, haarsträubend schwere Soli, kurz, ein komplexes Geflecht der Nebenstimmen, das im Idealfall nicht als kunstvoll-künstlerische Konstruktion wahrgenommen wird, sondern als rauschhaftes Hörerlebnis.

(Tagesspiegel)

 

CD der Woche: ‚Neu und fremd‘ sei der Tango für die 12 Cellisten gewesen, erinnert sich einer von ihnen. ‚Viel zu schwer!‘, meinten die anderen. Und trotzdem – als Zugaben spielten die 12 Cellisten immer wieder und fast am liebsten Tango.

Zwar müssen die Cellisten beim Tango auf ihr Wärme und Weichheit spendendes Vibrato verzichten, um den intensiven, unnachgiebigen und gläsernen Bandoneon-Klang hinzubekommen, aber dafür dürfen die 12 Cellisten auf ihren Instrumenten Sentimentalität und Doppelbödigkeit ausleben, dürfen knarzen und kratzen und rasante Bögen ziehen.

Die 12 Cellisten pflegen auf der CD ihre große Liebe zu Astor Piazzolla. Zwölf von 16 Titeln der CD stammen von ihm. Er passt schließlich hervorragend zur Programmatik der 12 Cellisten, vermischt die Stile und pendelt sich zwischen ‚ernst‘ und ‚heiter‘ ein.

Nur Tango. Nur die 12 Cellisten. Das Album ist monothematisch, ohne eintönig zu sein. Jeder Tango macht seine eigene existenzielle Erfahrung. In jedem Tango wohnt eine kleine, komplette Welt: langsam, lyrisch und kurz und knackig, Einsamkeit und Leidenschaft, Zurückhaltung und Auf-Begehren, Liebe und Verzweiflung.

Nur Klischee und Kitsch, die rote Rose zwischen den Zähnen, die gibt es auf Hora Cero nicht.

(Kulturradio.de)

 

Das Berliner Dutzend mit Tango-Klassikern: Als 1972 zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker auf die Idee kamen, sich als Ensemble eigenständig zu machen, schüttelte so mancher den Kopf: Karriere machen mit einem Streicherchor, der noch nicht mal aus Instrumenten der verschiedenen Stimmlagen bestand – das konnte doch gar nicht funktionieren. Aber dann hat der Sound des Berliner Dutzends Musikgeschichte geschrieben – und die Zwölf überzeugen mit einer stilistischen Bandbreite, die von Klassik über Filmmusik bis zum Jazz reicht. Das Album Hora Cero feiert die Liebe des Ensembles zum Tango – mit Werken der Altmeister José Carli und Horacio Salgán, mit Tango-Nuevo-Perlen inklusive einem großen Piazzolla-Block.

(Rondo)

 

Astor Piazolla würde mit den Ohren schlackern, seinen Kollegen Horacio Salgán (geboren 1916), José Carli (1931) und Pasquale Stafano (1972) ist das echte Staunen noch vergönnt, wenn sie sich die neue CD der zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker auflegen. Hora Cero heißt sie auf Spanisch, also: Stunde Null. Vielleicht einfach nur nach einem geheimnisvollen Stück Piazollas. Vielleicht aber auch, um zu zeigen: Jetzt fängt der argentinische Tango ganz neu an. Denn nur solchen gibt es auf der CD zu hören

(Berliner Zeitung)

Lubomyr Melnyk – Illirion

Viel hat Melnyks musikalische Sprache mit dem Minimalismus Amerikas zu tun, wenn sich seine Stilistik davon aber auch in vieler Hinsicht wieder unterscheidet. Die ganze Bandbreite der von ihm entwickelten, sogenannten Continuous Music zeigt Lubomyr Melnyk auf seinem Debütalbum Illirion bei Sony Classical am Beispiel von fünf eigenen und selbst eingespielten Klavierkompositionen. (...)

(Klassik erleben)

 

Seine Hände schweben über der Tastatur, die Töne, bis zu 19,5 pro Sekunde, bilden einen Klangstrom. Aber: keine Hektik, Der Pianist und Komponist Lubomyr Melnyk beschreibt seine continuous music so: ,,Als würde mir Sonnenschein aus den Fingern strömen." Live gelingt dem

67-jährigen Kanadier noch mehr: Zu seinen Auftritten pilgern lauter junge Leute. Ein Zustand, von dem viele Klassiker und Konzerthäuser träumen.

(Barbara)

 

Lubomyr Melnyk … schafft 19,5 Einzelnoten pro Sekunde und ist damit einer der schnellsten Pianisten der Welt. Aber eine brilliante Klaviertechnik allein garantiert keine Schönheit – die aber zaubert … [Melnyk] mit seinem ununterbrochenen Klangstrom, in den man eintauchen und sich davontragen lassen kann, scheinbar mühelos hervor. Technik verbindet sich hier mit Romantik zu einer komplexen und tranceartigen Einheit.

(Focus.de)

Kathleen Battle, Leonard Bernstein und weitere – Great Moments at Carnegie Hall

Waghalsiges, Kurioses: Tausend Dollar für ein Konzert-Ticket? Verflixt viel war das im Jahr 1976. Kaufen konnte man die Karten sowieso nicht, der Betrag verstand sich sowieso als Mindestgebot für den Eintritt zu einem Konzert, das bis heute als Jahrhundert-Konzert gilt. Anlass war der 85. Geburtstag der Carnegie Hall. 1891 fanden die Eröffnungsfeierlichkeiten statt, mit Peter Tschaikowsky als „special guest“.

Seitdem hat der Ort Musikgeschichte geschrieben, nicht nur wegen prominenter Uraufführungen wie von Dvoráks Sinfonie "Aus der neuen Welt". Hier gab es eine Reihe von Triumphen, von Farewell-Konzerten, von Kuriosem und von unverhofften Niederlagen. Nun wird das renommierte Haus 125 Jahre alt, und beim Label Sony Classical ist man in die Archive gestiegen und hat Highlights der Aufnahmegeschichte auf 43 CDs zusammengetragen. Dazu zählt eben auch das Jahrhundert-Konzert vom 18. Mai 1976 mit prominenter Besetzung: Menuhin, Stern, Bernstein, Rostropowitsch, Fischer-Dieskau, Horowitz. […]

Die Edition ist chronologisch geordnet. Sie beginnt 1931 mit Beethovens Fünfter unter Arturo Toscanini, gefolgt von Beethovens Fünfter mit Toscanini anno 1933 – eine Hommage an den italienischen Dirigenten, der über 300 Mal das New York Philharmonic geleitet hat, meist in der Carnegie Hall. Am anderen Ende der Zeitskala steht ein Recital mit Denis Matsuev, der im November 2007 mit Schumann, Liszt und Prokofjew gastierte.

(Fono Forum)

 

This is exactly what it says: selected highlights from 125 years of performance history at New York's great concert hall, which opened on May 1891. The choice may look like a box of bonbons – it is – bit it's fascinating as a swift if slightly jerky gallop through performance styles and big stars of the past (mainly) half century. The earliest track, from 1943, is the last movement of Tchaikovsky's Piano Concerto No 1, conducted by Arturo Toscanini with Vladimir Horowitz as soloist. Other big names include Bernstein, Bolet, Van Cliburn, Richter, Menuhin, Fischer-Dieskau, Rostropovich. Sample them and, if the names are new to you, see what the fuss was about.

(The Observer)

 

Zeitreisen dieser Art hat es etliche gegeben, doch nur wenige, die derart „authentisch“ klingen: Man sitzt als Zuhörer auf einem guten Platz in der Carnegie Hall und durchlebt 75 Jahre Musik- und Zeitgeschichte.

(Stereoplay)

 

Hallelujah! Wenn die Ikone unter den amerikanischen Konzerthäusern 125. Geburtstag feiert, dann aber richtig! So haben sich gerade bei einer Gala u.a. Lang Lang, Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman und Renée Fleming in der Carnegie Hall die Klinke in die Hand gegeben. Genauso prominent besetzt ist natürlich auch die schmuck aufgemachte Geburtstagsbox, die in Live-Ton und im über 100-seitigen Begleitbuch große bis sensationelle Momente Revue passieren lässt. Da begegnet man dem Dreamteam Toscanini / Horowitz mit dem Tschaikowski-Donnerwetter von 1943. Das musikgeschichtsträchtige Aufeinandertreffen zwischen Glenn Gould und Leonard Bernstein mit dem 1. Klavierkonzert von Brahms fehlt da ebenso wenig wie Lieder-Recitals mit Jussi Björling, Leontyne Price und Shirley Verrett. Zwischen den weiteren Highlights, zu denen Klavierrecitals von Lazar Berman, Rudolf Serkin und Denis Matsuev zählen, gibt es aber nicht nur als Welterstveröffentlichung den Einschlag des sowjetischen Tastenkometen Svjatoslav Richter am 23.12.1960 mit einem reinen Beethoven-Abend. Als große Sause entpuppen sich bis heute drei zum Glück mitgeschnittene Abende. Virgil Fox zog 1972 mit und abseits von Bach alle Entertainer-Register. Im Januar 1994 gratulierte eine Allstar-Sänger-Runde fest. Fleming, Caballé und Stade der Kollegin Marilyn Horne zum Sechzigsten. Und anlässlich des 85. Geburtstags der Carnegie Hall fand das Konzert des Jahrhunderts statt – bei dem zum Schluss Bernstein und Horowitz, Menuhin und Fischer-Dieskau, Rostropowitsch und Isaac Stern Händels Hallelujah schmetterten.

(Rondo)

André Watts – The Complete Columbia Album Collection

Von Bernstein als „Gigant“ seiner Zeit gefeiert, lässt sich Watts bei den 1963-1983 entstandenen Aufnahmen tatsächlich bei keiner Schwäche ertappen. Sein unreduziertes Brillanzgebaren verleugnet die amerikanische Schule nicht. Neben der geschliffenen, blankgeputzten Virtuosität lässt seine Eigenart, Gegenstimmen synkopisch zu betonen und die Stücke so gelegentlich exzentrisch gegen den Strich zu bürsten, den Einfluss des Jazz erkennen.

(Kulturradio rbb, 5 Sterne)

 

Nicht oft kann man einer Platte nachsagen, dass sie ein Werk rettet. Hier aber ist das dringend angezeigt: André Watts am Klavier und das New York Philharmonic Orchestra unter Leonard Bernstein entdecken in Tschaikowskis so oft zugedröhntem und gymnastisch verfremdeten Konzert Nr. 1 b-Moll wunderbar sanfte, langsame Momente. Überhaupt sind die 12 CDs dieser Sony-Box eine hinreißende Erinnerung an einen großen Pianisten. Mit wachsender Freude hören wir auch Beethoven, Liszt, Rachmaninow, Gershwin und viele andere. Immer besticht Watts durch seinen Geschmack und seine umwerfende Technik.

(Rheinische Post)

 

Bei allem Drive besaß Watts´ Spiel Haltung. Und selbst wenn im Eifer des Gefechts etwas daneben ging, besaßen selbst die falschen Noten immer noch mehr Substanz als die richtigen, mit denen heute viele Pianisten Karriere machen. …die gesammelten Aufnahmen von André Watts aus den Jahren 1963 bis 1980 sind daher eine überfällige Erinnerung an einen Künstler…

(Rondo, 4 von 5 Sternen)

Frederica von Stade – The Complete RCA and Columbia Recital Albums

Bereits im Juni des vergangenen Jahres ist die beliebte Mezzosopranistin Frederica von Stade siebzig Jahre alt geworden, und in Zeiten, in denen Geburtstage und überhaupt Jubiläen aller Art von den Labels zum Anlass genommen werden, mit neu aufgelegten CD-Zusammenstellungen dem zu feiernden Künstler eine nostalgisch angehauchte Hommage zu erweisen, kommt eine 18-CD-Box mit sämtlichen Columbia-Recitals der von Stade genau zu rechten Zeit, um ihre (nach wie vor andauernde) Karriere Revue passieren zu lassen. Sie vereint jene Alben, die sie zwischen 1974 und 1998 für CBS (heute Sony Classical) eingesungen hat. […] Es sind in der ganz wunderbaren Zusammenstellung auch die Lieder von Henry Purcell, John Dowland, Franz Liszt, Gustav Mahler, Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn-Bartholdy enthalten, in denen die fein dosierte Schattierungskunst ihres Vortrags begeistert. Größtes Juwel darunter ist die bewegende Schlichtheit und Natürlichkeit, die Frederica von Stades Gesang stets gekennzeichnet haben.

(Das Opernglas)

 

Sie ist eine der meistgeliebten amerikanischen Sängerinnen, „Flick“ lautet ihr Kosename. Jetzt ehrt Sony Classical Frederica von Stade mit einer kostbaren 18-CD-Box. Sie war immer leise, elegant und damenhaft – obwohl sie gern auch Hosenrollen sang. Sie verzauberte Paris als Mozarts Cherubino, die Mailänder Scala als Rossinis Cenerentola. Sie war in Wien und London eine zärtlich-melancholische Mélisande und kürzlich an der Dallas Opera bei dem von ihr sehr geschätzten Zeitgenossen Jake Heggie eine sehr komische Operndirektorin und Football-Liebhaberin. Als ‚one of America's finest astists and singers‘ betitelte die New York Times einmal die US-Mezzosopranistin Frederica von Stade, die über drei Jahrzehnte lang weltweit das Publikum und die Kritiker mit der virtuosen Brillanz, Wärme und dem Nuancenreichtum ihrer Stimme begeisterte. Nun fasst eine üppige Edition alle Rezital- und Duett-Alben der liebenswerten Sängerin zusammen, die zwischen 1974 und den 1990er Jahren für Columbia und RCA entstanden sind. Darunter sind auch Einspielungen der Orchesterliederzyklen von Mahler, Ravel, Berlioz u.a. sowie ihre Opernrecitals, welche die gesamte Bandbreite ihres Könnens mit Werken von Offenbach, Massenet, Gounod, Rossini oder Leoncavallo im französischen und italienischen Repertoire unter Beweis stellen. Abgerundet wird diese liebevoll erstellte Edition durch zwei neu zusammengestellte CDs mit Arien und Szenen aus von Stades Operngesamteinspielungen, die sie in einigen ihrer erfolgreichsten Rollen präsentieren.

(Tonart)

Yo-Yo Ma – Sing Me Home

Auf dieser CD steht nun der Begriff Heimat im Mittelpunkt: Musiker aus China, Syrien, Indien, Europa und Japan bringen ihr musikalisches Erbe mit dem von Jazzgrößen wie Gregory Porter oder Bill Frisell zusammen und lösen dabei en passant die Grenzen auf zwischen U-, E- und Folklore-Musik, zwischen Morgen- und Abendland. Und der Respekt der Künstler ist hörbar: So subtil die Annäherungen auch sind, so musikalisch fesselnd klingen sie. Das Versprechen neuer, nie gehörter Töne: Hier wird es großartig eingelöst.

(Concerti, CD des Monats)

 

Sing Me Home ist eine völkerverbindende World-Jukebox. Eine ziemlich exquisite, in der kaum etwas nicht vorkommt.

(Fono Forum, 4 Sterne)

 

Der Cellist [Yo-Yo Ma] verführt mit dem Silk Road Ensemble und Gästen wie Bill Frisell oder Gregory Porter in exotische Klangwelten.

(Gala)

 

Klang-Tipp, 5 Sterne: Aus der Flut diffuser Weltmusikprojekte ragt eines heraus: Silkroad, 1998 von dem Cellisten Yo-Yo Ma ins Leben gerufen und nach der historischen Seidenstraße benannt. Das neue Album Sing Me Home zum Film The Music of Strangers ist das Beste in dieser Sparte seit langem. Green zum Beispiel kombiniert Sounds aus Japan und Iran mit den wilden, Gesängen des Gast-Ensembles Roomful of Teeth: schillernd, packend, hochexpressiv. Der Jazz-Fusion-Titel Wedding wiederum malt das farbenreiche Stimmungsbild einer syrischen Hochzeit, und Bill Frisells E-Gitarre harmoniert wunderbar mit dem Zauberklang einer chinesischen Mundorgel.

(Audio)

Lucas Debargue – Scarlatti, Ravel, Liszt, Chopin

Vergesst alle jungen Klaviervirtuosen! Lucas Debargue (25) spielt Scarlattis Sonaten lupenrein und den Mephisto-Walzer von Liszt, als wäre es ein einfaches Kinderlied. Bei seiner Fassung von Chopins Ballade Nr. 4 wäre der Komponist selbst dahingeschmolzen. Dabei setzte sich Debargue erst mit elf erstmals ans Klavier, brachte es sich autodidaktisch bei, ließ es mit 17 für drei Jahre einstauben und begann erst danach so richtig mit der Klavierausbildung. Wen das noch immer nicht in Staunen versetzt, der höre sich einfach seine Interpretation von Ravels Gaspard de la Nuit an, eines der schwierigsten Werke der Klavierliteratur – Debargues hohe Emotionalität erfüllt das Stück bis zum Schluss.

(Kulturnews)

 

Debargue scheint den Drang zum solistischen Repräsentieren und Triumphieren nicht zu kennen. Welche Freiheit ihm daraus erwächst, ist auf dieser Aufnahme zu hören. Sie hält auch beim zehnten Anhören noch immer neue Überraschungen bereit. Und das ist sehr, sehr viel.

(Fono Forum, 5 Sterne)

 

Ein Newcomer, den man sich merken sollte: Es klingt wie ein Wunder[…]. Debargue wirkt sehr reif in dem, was er inhaltlich ausdrückt, durch die Tiefe, die er sowohl den virtuosen Stücken als auch den lyrischen Momenten bei Grieg und Schubert verleiht. […] Lucas Debargue ist eine echte Neuentdeckung!

(NDR Kultur)

 

Seine Klaviertechnik, und dabei besonders sein Fingersatz, unkonventionell zu nennen, wäre untertrieben. […] Trotz oder wegen seiner Technik: Für Lucas Debargue scheint das Wort "Höchstschwierigkeit" keine Bedeutung zu haben. […] Hier aber sitzt einer am Klavier, der ganz genau weiß, was er macht, zu jedem Zeitpunkt. Und in allen Klavier-Genres und –Epochen. […]

(SWR 2)

 

Immerhin ist es eine Debüt-CD eines bislang vollkommen unbekannten Pianisten, die sicherlich einiges Aufsehen erregen wird. […] Er ist einer der Interpreten, die wirklich eine Geschichte erzählen, den Zuhörer auf eine tief emotionale Reise mitnehmen. […] Dieser Pianist […] ist ein Künstler, der sich zuzuhören weiß, um den richtigen Klang zu kreieren, und der alle anderen Darstellungs Nebensächlichkeiten der emotionalen Aussagekraft unterstellt.

(Piano News)

 

Was kann Lucas Debargue? Sehr viel. Sehr besonderes. Sein Liszt klingt fein schattiert und doch mitunter wie mit dickem Pinsel gemalt. Domenico Scarlatti wird zu einem geistreichen Spiel feiner Läufe. Chopin tönt bei ihm ohne Gefühlsduselei. Ravels  ‚Gaspard de la nuit‘ verliert seinen technischen Schrecken, bleibt trotzdem so skurril wie bizarr. Für Grieg hat er Lyrik übrig, für Schubert einen überlegten und doch spontan wirkenden, sonoren Zugriff. Auf jeden Fall ein Debütrezital, das man im Ohr und Gemüt behält. […] eigenwillig, frei und doch willensstark.

(Rondo)

 

Manche sahen in Debargue flugs einen Exzentriker, dessen Erscheinen sie an den jungen Glenn Gould erinnert. […] Am besten aber, man hört dem in Paris geborenen Nachwuchsgenie erst einmal zu - dann braucht es zunächst gar keine exotisch raunende Geschichte von seinem Werdegang. Seine Debüt-CD sagt eigentlich alles.

(Spiegel Online)

Nils Mönkemeyer – Mozart with Friends

Und das Zusammenspiel der Ausnahmemusiker in unterschiedlichen Besetzungen sorgt für Mozartglück pur. Es geht ganz ideologiefrei um Phrasierung und Schönklang, um homogenes, harmonisches Zusammenspiel. … Das ist kammermusikalische Spielkultur auf allerhöchstem Niveau.

(Rheinpfalz)

 

Mozart with friends, das klingt entspannt und führt zu großartigen Ergebnisse. Der wohl derzeit profilierteste Bratscher Deutschlands, Nils Mönkemeyer, hat sich drei Freunde eingeladen zu einer Mozart-Session, nämlich die Geigerin Julia Fischer, die Klarinettistin Sabine Meyer und den Pianisten William Youn. Ein Bratscher im Zentrum des Geschehens? Das ist absolut kein Witz, obwohl man genuine Solostücke für dieses Instrument eigentlich nur im sogenannten Londoner Skizzenbuch des vierzehnjährigen Mozart findet. Aber Nils Mönkemeyer spielt aber noch weitere Duos und Sonaten, Bearbeitungen von Geigen- oder Oboenpartien. Das Trio in Es-Dur, das bekannte Kegelstatt-Trio, von Mozart war der Auslöser für den Star-Bratscher, die anderen, nicht minder prominenten, Freunde und Freundinnen mit ins Boot zu holen. Der Bayerische Rundfunk hat die Produktion mit dem Label Sony verwirklicht und auch dieses Kegelstatt-Trio könnte eine Referenzaufnahme werden.

(MDR Kultur)

 

Ein ungewöhnliches Programm hat Nils Mönkemeyer da zusammengestellt, um uns Mozart und die Bratsche näherzubringen – ein Plädoyer für eine mehr oder weniger diskrete Liebe; denn Mozart hat der Viola oft jene Geheimnisse anvertraut, die zum gleißenden Klang der Geige kaum passen würden. Mozart with friends also heißt dieses Album, das Mönkemeyer mit Sabine Meyer und William Youn: das Kegelstatt-Trio, wach gespielt, mit einem innigen Andante vorneweg und markanten harmonischen Reibungen im Menuett, bevor pastoral-ungetrübt das Rondo einsetzt. […] Zwei frühe Geigen-Sonaten (KV 14 und KV 30), für Bratsche bearbeitet, umrahmen da Duo für Geige und Viola KV 423. Julia Fischer und Mönkemeyer offerieren hier eine Sonfonia concertante ohne Orchester. Markant, mit welcher Selbstverständlichkeit die beiden Stimmen sich voneinander abgrenzen und wieder verbinden; die beiden Musiker präsentieren einander die Impulse wie auf dem Silbertablett und wissen genau, wie sie damit umzugehen haben, auf fast virtuose Weise im Allegro zu Beginn, ungleich inniger und dennoch für ein Adagio fast schon zügig im Mittelsatz. Nach dem Modulierenden Präludium für Klavier folgen vier Miniaturen aus dem Londoner Skizzenbuch, bevor die Variationen über Hélas, J'ai perdu mon amant das Finale bilden. Hier nun kann sich Mönkemeyer auf die Mozart-Qualitäten von William Youn verlassen.

(Stereo)

 

Nils Mönkemeyer hat sich für sein aktuelles CD-Projekt bei Mozart umgeschaut. Neben dem berühmten Kegelstatt-Trio präsentiert "Mozart with Friends" Duos, die das Klangspektrum von Bratsche, Oboe, Geige und Klavier ausloten. Als Mitstreiter hat er Sabine Meyer, Julia Fischer und William Youn gewonnen: ein überaus glückliches Zusammentreffen, sensibel im Zusammenspiel, natürlich, voller Inspiration. Die Kommunikation zwischen den Instrumenten ist ungemein lebendig, gelöst und gefühlvoll, die große Lust an der musikantischen Gestaltung in jedem Takt zu spüren. Sehr gelungen!

(Concerti, 5 Sterne)

 

Vielmehr hat Mönkemeyer drei herausragende Solisten um sich versammelt, nämlich zusätzlich zu Youn, die Violinistin Julia Fischer und die Klarinettistin Sabine Meyer […].[…] „Mozart with Friends“ [ist] ein Album geworden, das trotz der ständig wechselnden Besetzungen eine Homogenität und Stringenz aufweist, wie man sie sonst nur bei alteingespielten Kammermusikensembles hört. Das leider nie zu viert auftretende Quartett vereint eben nicht die üblichen verdächtigen Kammermusikwerke Mozarts, sondern fördert auch seltener Gehörtes zutage.

(Crescendo)

Simone Kermes – Love

Ihr neues Album „Love“ bietet Werke des frühen Barock, von Monteverdis „Lamento della ninfa“ und Lamberts „Sombres déserts“ bis hin zum berühmten Lamento der Dido in Purcells Oper. Das Thema des Albums hat sie offenbar inspiriert, ihre Stimme hat an Wärme und Innerlichkeit deutlich gewonnen, und sie lässt sich die Zeit, sich ganz in die Stimmung der Stücke einzufühlen.

(Audio)

 

In Enrico Casazza hat Simone Kermes einen idealen Partner gefunden, der ihr mit seinem Orchester La Magnifica Communità in allen emotionalen Höhen und Tiefen zu folgen bereit ist und regelrechte Wunder an Einfühlungsvermögen vollbringt.

(Opernglas)

 

Mit ihrem Konzeptalbum „Love“ beschenken die geniale Simone Kermes und ihre wunderbaren Mitmusiker die Welt mit einer Aufnahme, die in seltener Weise glücklich macht, weil sie so sinnlich, so emotional und dabei höchst durchdacht und sensibel ist.

(Fono Forum)

 

Reise in die Sinnlichkeit – Auf ihrem grandiosen neuen Album zeigt Simone Kermes sich in keinem Moment  als exaltierte Koloraturdiva, sondern malt Begehren, Verzweiflung und Erfüllung mit dosierter Energie und differenziertester Dynamik. Mit überraschend subtiler Gestaltungskunst und ihrer bekannt stupenden Gesangstechnik nimmt sie den Hörer mit auf eine sinnlich-sanfte Liebeslieder-Reise durch die europäischen Fürstenhöfe des 17. Jahrhunderts.

(Concerti)

 

Renaissance, Frühbarock, Hochbarock – alles lange her, staubig, gepudert, steif? Wer das behauptet, der war wohl noch nie in einem Konzert der Sopranistin Simone Kermes. Wenige Sängerinnen verstehen es wie sie, die Musik in die Gegenwart zu holen. Mit allem, was dazugehört. Und das ist einiges. … Diese Frau ist eine Überzeugungstäterin. Das spürt man, wenn man ihre enorme emotionale Bandbreite auf der Bühne erlebt. Es ist die Entäußerung, die sie für ihr Publikum glaubwürdig macht. Allein dafür hätte Simone Kermes jeden Preis für Musikvermittlung verdient.

(Hamburger Abendblatt)

 

Gerade und unverkrümmt wie Stricknadel-Stiche setzt Kermes ihre Töne in die herrlichen Arien und Lieder von Monteverdo, Merula, Purcell, Legrenzi, Eccles, Cesti, Dowland und vielen anderen Liebesliedmachern von der Renaissance bis zum Vollbarock.

(Rondo)

 

Auf ihrer aktuellen, schlicht 'Love' genannten CD verzichtet sie auf jegliches Liedgut, das an der emotionalen Oberfläche bleibt. Stattdessen hat sie ein Album konzipiert, das die Facetten der Liebe ausleuchtet – und das alles mit Kompositionen aus längst vergangenen Jahrhunderten.

(Crescendo)

Jonas Kaufmann – Verdi: La Forza del Destino

Anja Harteros und Jonas Kaufmann gelten als Traumpaar für Verdi-Opernproduktionen. Nicht zum ersten Mal entfachten sie Beifallsstürme an der Bayerischen Staatsoper, als sie in La forza dek destino als Liebespaar Donna Leonora und Don Alvaro auf der Bühne standen. […] Kaufmanns warme, baritonal getönte Tenorstimme und Harteros' nuancenreicher Sopran (Pace, pace, mio Dio!) wecken große Emotionen.

(Crescendo)

 

Alvaro freilich ist schon bei Verdi Außenseiter aus einer anderen Kultur; Jonas Kaufmann spielt ihn glaubwürdig […]. Er phrasiert vorzüglich, sucht auch die Hochtöne in die Linie einzubinden, singt ein klingendes Piano etwas im Andante sostenuto bei „Oh, tu che in seno agli angeli“ und hat gegenüber der Premiere noch an Statur gewonnen.

(Opernwelt)

 

Facettenreich, viril-verführerisch und darstellerisch sehr beweglich: Jonas Kaufmann als Alvaro.

(Stereoplay)

 

Jonas Kaufmann erobert sich sofort die Szene, sehnig, schlank, […] die Stimme wie ein Gummiband ausfahrend und zurücknehmend, niemals von Reserven schöpfend oder an Grenzen geratend. Der Alvaro liegt ihm ideal, aus der französischen Tradition mit viel Mittellage und bewusst platzierten Spitzentönen kommend.

(Fono Forum)

 

Eine Besetzung, die Musikliebhaber-Herzen höherschlagen lässt: Die Rede ist von Jonas Kaufmann und Anja Harteros. […] Anja Harteros begeistert auf dieser Aufnahme, weil sie die Emotionen der Leonora mit unvergleichlichem Schmelz und starker Intensität auszudrücken vermag. […] Ganz ähnlich ergeht es einem mit Jonas Kaufmann, dem der Alvaro perfekt in der Kehle liegt und dessen glutvolle Interpretation sich durchaus von großen Rollenvorbildern unterscheidet. […] ein unvergleichliches Gesamtpaket aus Gesang, Optik und leidenschaftlichem Spiel.

(Das Opernglas)

Alliage Quintett und Sabine Meyer – Fantasia

Hier spielt zwar eine intime kammermusikalische Besetzung, klanglich aber reicht die immer wieder heran an die Tonwucht eines ganzen Orchesters. Das Klavier sorgt für das harmonische Grundgerüst, und Sabine Meyers Klarinettenklang strahlt. Es tut sich ein weiter Raum auf für die eigene Fantasie, wenn man diese gekonnt arrangierten und perfekt auf das Ensemble abgestimmten Bearbeitungen wohlbekannter Orchesterwerke hört. Es sind ganz neue Erfahrungen, die das Ohr hier macht. Und mitunter ist das magisch. So wie es Märchen eben auch oft sind. Zweifellos: Das Alliage Quintett und Sabine Meyer bringen Musik zum Leuchten. Eine ungewöhnliche Besetzung, bei der einfach alles passt.

(BR Klassik)

 

Und so reihen sich die Preziosen aneinander: Das zentrale Werk, Der Feuervogel, ereignet sich mit einer großen, mitunter schmerzhaften Poesie; dem Zauberlehrling wächst durch die Auffächerung – man höre etwa das humorig-fagottmäßig tapsende Baritonsaxofon – eine geradezu szenische Qualität zu; bei der Candide-Ouvertüre, wo die Saxofone beim zweiten Thema großartig die Hörner des Originals imitieren, kommt Broadway-Stimmung auf, und bei Schostakowitsch darf es auch schon mal sentimental zugehen. Dieser Sound kann jedenfalls süchtig machen: Da erschließt sich eine ganze Welt – durch das Saxofon.

(Kölner Stadt Anzeiger)

 

Nein, hier hat man sich nicht gedacht, wir machen mal was Neues, indem man ein Saxofonquartett mit einer Klarinette erweitert. Dass Klarinettistin Sabine Meyer ein Album mit dem Saxofonquartett und der Pianistin Jang Eun Bae, die zusammen das Alliage Quintett bilden, aufgenommen hat, hat einen bestimmten Grund. Märchenhafte Kompositionen für große Orchester hat sich das Ensemble ausgesucht: die Polowetzer Tänze von Alexander Borodin, den Feuervogel von Igor Strawinsky oder die Ouvertüre zur Oper Candide von Leonard Bernstein. Für ein Saxofonquartett seien die Werke unspielbar, heißt es im CD-Booklet. Die Bearbeitungen verlangten nach einer weiteren Klangnuance. ‚Die Klarinette setzt einerseits solistische Akzente, übernimmt die hohen Register und fügt sich andererseits so elegant in den chamäleonhaften Klang der Saxofone ein, dass der Hörer innerhalb der Instrumentenfamilie kaum zu unterscheiden vermag.‘ Treffender hätte es Franziska Franke-Kern nicht ausdrücken können. Saxofon und Klarinette – sehr ähnliche Instrumente, die aber doch so unterschiedlich sind, dass sie sich wieder vorteilhaft ergänzen.

(Clarino)

 

‚Ich finde, sein Hauptvorzug ist die abwechslungsreiche Schönheit seiner verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Einmal tief und ruhig, dann leidenschaftlich träumerisch und melancholisch, zuweilen zart wie der Hauch eines Echos, wie das unbestimmte, klagende Heulen in den Zweigen.‘ So beschrieb Hector Berlioz das 1841 neu konzipierte Saxofon des genialen Brüsseler Instrumentenbauers Adolphe Sax. Mit einer vollkommenen neuen Verbindung aus Metallkorpus, Klappenmechanik und Klarinettenmundstück als Instrumentenfamilie von Sopran bis Bass konzipiert, wollte Sax u.a. dem klassischen Streichquartett eine adäquate Bläservariante gegenüberstellen. Trotzdem bekam der Geniestreich keinen Fuß in den bürgerlich-schöngeistigen Salon, da geeignete Kompositionen ausblieben. Erst im 20. Jahrhundert gelang der Einzug in die Konzertsäle, wobei ambitionierte Saxofonquartette von vorneherein auf Neukompositionen oder Bearbeitungen angewiesen waren. So begann in den 1990er-Jahren auch das Alliage Quartett, das sich später unter Hinzunahme des Klaviers zum Quintett erweiterte, um satztechnische und klangtechnische Stücke zu verfeinern. Die Idee, das Ensemble für die vorliegende Produktion mit einer Klarinette zu erweitern, erweist sich als brillanter Kunstgriff. Mit den exponierten Solopassagen in Borodins Polowetzer Tänzen oder ihrer ausdrucksstarken Vielseitigkeit in allen Registern werden die Arrangements von Strawinskys Feuervogel, Dukas‘ Zauberlehrling oder Bernsteins Candide-Ouvertüre durchweg raffiniert verfeinert. Sabine Meyer fügt sich dabei nahtlos in das traumhaft sicher miteinander harmonierende und dialogisierende Ensemble ein.

(Fono Forum)

Khatia Buniatishvili – Kaleidoscope

Alle drei Stücke sind hoch virtuos, stehen an der Schwelle zur Moderne und rufen starke Bilder mit leuchtenden Farben vor’s innere Auge.

(br Klassik)

 

Buniatishvili fasst diese Werke unter dem Titel „Klaleidoscope“ zusammen, der hervorragend zu der Aufnahme passt, denn der Hörer erlebt hier eine Vielzahl an Farben und Formen. Für jede einzelne Nummer findet die Georgierin einen sehr individuellen Ton, jedes Stück gestaltet sie detailreich aus […].

(Fono Forum)

 

Khatia Buniatishvili ist eine erstaunliche Klangkünstlerin. Mit sehr zarten Tönen erzeugt sie konzentrierte Stille. Dann wieder braust die junge Virtuosin wie ein Sturm voran. Mit ihrer Musik erzählt sie kunstvoll Geschichten, verständlich und phantasievoll.

(hr 2 Kultur)

 

Buniatishvilis Interpretation von Mussorgskijs "Bilder einer Ausstellung" gerät mit ungewöhnlichen Tempi und einer fein abgestuften Dynamik brillant. Auch mit Ravels "La Valse" und Sätzen aus Strawinskys "Petruschka" untermauert Buniatishvili ihren Ruf als manchmal umstrittene, aber immer aufregende Künstlerin.

(Stern)

 

Diese Bilder einer Ausstellung sind tatsächlich eine Überraschung, weil Khatia Buniatishvili eben stets neue Blickwinkel auf und in ein mächtig geschundenes Klavierwerk bietet und dabei eine enorme Spannung aufbaut, die sich zwangsläufig im Finale entladen muss.

(Rondo)

 

Khatia Buniatishvili spielt so intensiv, dass man nicht einmal die Orchesterfarben in La Valse wirklich vermisst. Großartig!

(Stuttgarter Nachrichten)

 

La Valse lebt von ihrer pianistischen Energie und von exzellenter Technik […]. Auch bei Strawinksy ist ihr Klang orchestral, ihre Rhythmik bestechend.

(Concerti)

 

Sie hat eine enorme Virtuosität, nicht nur flinke Finger, sondern auch bärenhafte Kräfte. Sie kann an den heikelsten Passagen locker noch einen Tick schneller spielen, als man es gewohnt ist – und sie tut das auch. Und was sie an Klangvolumen aus dem Flügel holt, ist absolut erstaunlich. Und sie berauscht sich an ihrer eigenen Virtuosität.

(Kulturradio rbb)

Nikolaus Harnoncourt – Beethoven Sinfonien Nr. 4 und 5

„Hören Sie immer neu – und glauben Sie, dass Sie recht haben“, riet der Dirigent damals vor Konzertbeginn. Und tatsächlich: Strikt dem originalen Aufführungsmaterial verpflichtet, auf historischen Instrumenten, die mit drastischen Klängen in den Naturhörnern und Posaunen sowie packender Agogik und beredter Phrasierung überrascht Harnoncourts Deutung – und sie überzeugt.

(Crescendo)

 

Beethoven, wie er intensive und beeindruckender nicht sein könnte! […] So spannend hat man Beethoven schon lange nicht mehr gehört. Nicht nur der berühmte Beginn der fünften Sinfonie fesselt den Hörer unmittelbar, genauso machen das die Anfangstakte der vierten, bei der sich die Spannung erst langsam aufbaut, so dass es fast knistert. Nikolaus Harnoncourts Einspielung von Beethoven kann man nicht einfach als impulsiv oder knackig bezeichnen, sie ist viel mehr als das: eine intensiv durchlebte Musik.

(hr 2 Kultur)

 

Selbst im Vergleich mit anderen Aufnahmen mit Nachbauten alter Instrumente wirkt die Musik extrem farbig. […] Der Gottvater der historischen Aufführungspraxis verabschiedet sich auf diese Weise angemessen verstörend. Und doch mit Wiener Charme. Anders hätte man es von ihm nicht erwartet. Es ist schade, dass sich diese Platte nicht mehr zum Zyklus rundet. Zu gern hätte man noch erfahren, was dieser Dirigent nach über 20 Jahren zur Neunten sagen wollte.

(Abendzeitung)

 

Der Altmeister verwirklicht hier noch einmal sein musikalisches Programm. So und nicht anders muss Beethoven klingen!

(MDR Figaro)

 

Dass dieser vermeintlich ausinterpretierte Beethoven allerdings so verstörend hypnotisch klingt, geht auf das Konto des gar nicht ältlichen Altmeisters Harnoncourt, der wild und entschlossen mit bekannten Beethoven-Stereotypen aufräumt […] Nikolaus Harnoncourt präsentiert einen Beethoven, wie er trotz aller Originalinstrumente frischer und zeitgenössischer kaum klingen könnte.

(Spiegel Online)

 

Harnoncourt zeigt Beethoven hier mit jener Kompromisslosigkeit der frühen Jahre, die bei seinen Ausflügen an die Pulte der großen Sinfonieorchester ein wenig verloren gegangen zu sein schien. Beethoven mit allen möglichen Ecken und Kanten, aber auch als Stoff zum Nachdenken – diese Botschaft wird man so schnell nicht vergessen.

(Fono Forum)

 

Heute ist Harnoncourt deutlich schneller in der Einleitung, wenn auch auf die Gesamtheit der Sätze hin betrachtet langsamer. Und: viel stärker auf Kontrast und Krawall gebürstet, ruppiger, manieristischer. Die Klangfarben der Instrumente treten scharf heraus, sie wirken wie subjektiv vereinzelt. Ja, Beethovens Vierte, in Harnoncourts neuer Leseart, ist eine Laudatio auf das Fragment: getrennt, zerhackt, geteilt […] Insofern ist dieses Album zugleich auch das Dokument eines Abschiedes: Harnoncourts Schwanengesang.

(FAZ)

 

Gemeinsam mit seinem Hausorchester, dem Concentus Musicus Wien, musiziert er die vierte und fünfte Sinfonie mit einer enstpannten Souveränität, die scheinbar Widersprüchliches grandios auf einen Nenner bringt: elastische Tempogestaltung und rhetorisch ausformulierte Phrasierung münden hier nicht in Kleinteiligkeit, sondern bilden die Basis für einen überwältigenden dramatischen Fluss. […] Eine Referenzeinspielung, an der sich andere messen müssen.

(Concerti)

 

Wenn dieses Feuerwerk abgebrannt ist, haben Sie Beethovens Wanderung „durch die Nacht zum Licht“ so detailschaft erlebt wie nie zuvor.

(Audio)

Mariss Jansons und Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert 2016

Mariss Jansons‘ (drittes) Neujahrs-Gastspiel am Pult der Wiener Philharmoniker war von erlesener Qualität. Da modelliert […] jemand in feinsten Abstufungen. Jansons‘ Meriten lagen zu dieser Jahreswende im Lyrischen. So zupackend er die blendend aufgelegten (teils deutlich verjüngten) Philharmoniker durch Waldteufels „España“ oder „Sturmschritt“-Polka führt, so betörend die feingliedrige Zartheit, mit der dieser Lette selbst Altvertrautes wie den „Kaiserwalzer“ zu adeln weiß.

(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

 

Ja, es gab schon viele fabelhafte Neujahrskonzerte in der 75-jährigen Geschichte dieses musikalischen Klassikers. Aber dieses war fabelhafter. Vielleicht sogar am fabelhaftesten. Was sich am Neujahrstag [...] im Wiener Musikverein ereignete, war eine Sternstunde. Auch das nicht im abgegriffenen, allzu oft verwendeten Sinn, sondern als Synonym für überirdisch Schönes. Bei Mariss Jansons, dem wichtigsten Dirigenten unserer Zeit, freuen sich die Dialektiker: Er bietet die Synthese aus straffen Zügeln und lockerer Leine, aus tiefgründiger Forschung und Glanz, aus Kopf und Bauch [...] All das in genauer Kenntnis der Materie, nach ewig langer Beschäftigung mit den einzelnen Werken. Das Ergebnis ist verblüffend schön und zugleich höchst intellektuell. Und die Damen und Herren Musiker scheinen ihm bei jeder Geste, bei jeder Bewegung leidenschaftlich zu folgen.

(Der Kurier)

 

Jansons fusionierte Spaß und Tiefsinn [...] er zeigte mit den glänzenden Philharmonikern, was es heißt, Balance zu halten – zwischen dem Wunsch, jede Beiläufigkeit auszuschalten, jede Note mit Prägnanz zu erwecken und dennoch nichts zu überfrachten, zu beschweren, es stattdessen einfach fließen und abheben zu lassen [...] Hier verschmolzen Tiefe, Leichtigkeit, Strukturbewusstsein und Legatokunst zu einem so glutvollen wie grazilen Kosmos der Poesie

(Der Standard)

 

Auch der an Chabrier angelehnte Walzer España von Émile Waldteufel, dem 'französischen Johann Strauß', ist ein Novum, sehr charmant interpretiert mit wilder Schluss-Stretta. Jansons in Wien – ein absoluter Glücksfall.

(Audio)

Teodor Currentzis – Purcell: The Indian Queen

Der wunderbare Chor und das Orchester MusicAeterna aus Perm unter der streng-energischen Leitung von Teodor Currentzis sowie Christopher Williams' konzentrierte Choreographie tragen ebenfalls zu einem Abend voller Theatermagie bei.

(Opernwelt)

 

Das ist mehr geistige Meditation als Musiktheater, aber dank [...] des charismatisch-durchgeknallten Teodor Currentzis und seiner Alte-Musik-Krafte MusicAeterna sowie einer stimmigen Sängerbesetzung [...] ein Abend von einzigartiger Präzision, Hingabe und Faszination. Der in seinen körperlosen Pianissimi gleichsam der Schwerkraft enthobene Chor scheint auf seinen Flügeln des Gesangs die unerlösten Unterdrückten zu tragen.

(Fono Forum)

 

[…] Dirigent Teodor Currentzis sowie sein komplettes MusicAeterna-Team [sind] in Höchstform, wenn es gerade um das wertvolle Innenleben von Purcells Anthems geht.

(Rondo)

Teodor Currentzis – Tschaikowsky Violinkonzert & Strawinsky „Les Noces“

Auch [das Booklet der CD] sprengt die gewohnte Form. Patricia Kopatchinskaja und Teodor Currentzis „feiern Hochzeit“, in schwarz-weißen, antikisierenden Bildern porträtiert, und treten in einen Briefwechsel ein: „Lieber Teo, wie sehr vermisse ich dich und dein Orchester, schon nach der Aufnahme und immermehr, Urzeiten später … Euer Klang, euren Geist, eure Körperhaftigkeit, Fantasie, Verrücktheit und den Mut, mit Traditionen der fettigen Jahre zu brechen.  Was macht Musik mit uns? Was bedeutet es, in diesem Ausmaß die Seele bis in den Schmerz zu öffnen, sich erschöpft an die Unendlichkeit zu verschenken, sich zu vergessen, sind in einen reinen Nerv der Zerbrechlichkeit zu verwandeln?...“ „Liebe Patricia, … ich hoffe, du versteht mich. Es ist als wäre ich dabei, meinen Träumen zu begegnen, ... Denn Klänge sind wie Träume: Sobald sie Gestalt annehmen, sterben sie, das ist unvermeidlich. Das ist die tragische Schönheit jeder besonderen Begegnung im Leben. …“ Das sind Einblicke in die Gefühlswelt der Ausführenden. Das liest man, aber das hört (!) man vor allem. Und das ist der Grund für das Resultat, die conditio sine qua non für Wahres und Reines. Das ist so selten wie überwältigend, wenn es denn endlich geschieht, so wie hier. Eigentlich ist meine Arbeit jetzt beendet, denn mehr gibt es dazu nicht zu sagen – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold! Und nur mit Gold kann diese Interpretation aufgewogen werden, dieses Wurmloch in eine völlig andere Dimension. Man verzeihe mir die fehlenden Worte über die fulminante Interpretation von Stravinskys Bauernhochzeit…: zu prägnant, zu erschütternd ist das Violinkonzert.

(Toccata)

 

Zwei verwandte Seelen haben sich hier gefunden. Die fantasievollste Geigerin derzeit, Patricia Kopatchinskaja, und der fantasievollste Dirigent, Teodor Currentzis. … Gemeinsam gelingt – letzter Superlativ – die mit Abstand spannendste Neuaufnahme des Tschaikowsky Violinkonzerts der jüngeren Zeit.

(Fono Forum, 5 Sterne)

 

Eine überraschende Paarung haben sich die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und der Dirigent Teodor Currentzis ausgedacht, beide lieben es, gängige Erwartungshaltungen zu unterlaufen. Bei Sony feiern sie Hochzeit, das Booklet zeigt die beiden als in Tracht verkleidete Protagonisten einer altrussischen Bauernhochzeit. Das wahre Hochzeitspaar aber ist das Paar Tschaikowsky & Strawinsky, die herben "Nozze" des Letztgenannten werden hier mit dem Geigenkonzert des Anderen verkuppelt. Dabei färbt nun vor allem die herbe und klar konturierte Gangart des Jüngeren auf das Geigenkonzert ab, das hier von allen Schmalzschlacken, aber auch vom ehernen Zugriff früherer Sowjetmusiker befreit aufatmet

(Süddeutsche Zeitung)

 

Zwei verwandte Seelen haben sich hier gefunden. Die fantasievollste Geigerin dezeit, Patricia Kopatchinskaja, und der fantasievollste Dirigent, Teodor Currentzis. Gemeinsam gelingt […] die mit Abstand spannendste Neuaufnahme des Tschaikowsky-Violinkonzertes der jüngeren Zeit.

(Stereo)

 

Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und Dirigent Teodor Currentzis machen alles anders. Und alles richtig. Die Kombination aus dem oft als überzuckert gescholtenen Violinkonzert und der rustikal rumpelnden Ballettmusik "Les Noces" funktioniert bestens, weil Folkloristisches und Virtuoses sich als zwei Seiten einer Medaille zeigen. Currentzis' Originalklang-Rabauken in der blitzschnellen Einsatztruppe MusicAeterna benehmen sich so richtig großartig daneben, dass es süchtig macht.

(Hamburger Abendblatt)

 

Violinistin Patricia Kopatchinskaja und Dirigent Teodor Currentzis gehören zu den großen Exzentrikern der Klassikszene. Aber Wahnsinn und Genie liegen ja beisammen, und diese Verbindung ist ein absoluter Glücksfall. Die daraus resultierende CD [...] ist so frisch und überraschend, dass man sich kaum daran satt hören kann.

(Brigitte)

 

Eine aufregende Platte, bei der man spürt, wie oft einen Aufführungen russischer Musik um das Eigentliche betrügen: die ungebremste Vitalität.

(Abendzeitung)

 

Bei Kopatchinskaja und Currentzis weiß man …, dass bei ihnen nicht allein alles Hand und Fuß besitzt. Sie verschieben trotz bestmöglicher Partiturtreue immer und immer wieder liebgewonnene Hörgrenzen und geben damit Ausblicke auf ungeahnte Klanghorizonte frei. Genau dies ist ihnen jetzt ausgerechnet bei Tschaikowski und damit einem von marmeladesk bis high-end-virtuos durchgemangelten Konzertevergreen gelungen.

(Rondo Magazin)

 

Zwei Musikbesessene lassen die Funken sprühen. Gemeinsam eröffnen sie einen völlig neuen Blick auf dieses scheinbar so vertraute Werk. Akribisch haben sie den Notentext durchstöbert und dabei eine eruptive Kraft freigelegt, ohne die Klangkultur aufzugeben. In dieser Lesart erleben wir Tschaikowsky mit all seiner Schwermut [...] Wir begegnen einer Zerrissenheit, genauso einer Verführungskunst, einer rauschhaften Virtuosität und seiner Freude an Folklore. […] Und Kopatschinskaja setzt das musikalisch in Szene: Ihr Ton zittert aufgeregt zu Beginn, wird immer einnehmender, bis er am Ende fast außer Kontrolle gerät. Und auch in ihrer Virtuosität hebt sie vom Boden ab. Kongeniale Partner hat sie im Ensemble "MusicAeterna" gefunden: Sie begleiten sie dezent bei ihren solistischen Eskapaden und zeigen sich allgegenwärtig und klangstark im orchestralen Einsatz.

(MDR Figaro)

 

Da haben sich zwei Seelenverwandte gefunden: Teodor Currentzis und Patricia Kopatchinskaja bürsten mit einem betont kammermusikalischen Ansatz Tschaikowskys Violinkonzert kräftig gegen den Strich und legen dabei manch ungehörte Facetten frei

(Concerti)

 

Zurück zu den Ursprüngen wollte Strawinsky mit seiner volkstümlich-expressionistischen Musik. Dieses Ursprüngliche will nun auch Teodor Currentzis 'mit größtmöglicher Klarheut beschwören', wie er schreibt – das gelingt ihm voll und ganz und ist packend zuzuhören.

(hr2Kultur)