Für seine aktuelle Solo-CD hat Nils Mönkemeyer die ersten drei von Johann Sebastian Bachs sechs Suiten für Violoncello in Bearbeitung für Bratsche eingespielt. Die Suiten gelten als Meisterwerke der Instrumentalkunst und sind essentieller Bestandteil von Bachs Werk. Mit ihrer Fülle an melodisch-thematischen 
Ideen und  ihrem technischen Anspruch gelten sie als 
Feuerprobe für jeden Musiker. 
Bach schrieb die Suiten wahrscheinlich um 1720 für die 
Gambisten und Cellisten Christian Ferdinand Abel und
Christian Linike. Nach seinem Tod fielen die Suiten schnell
in Vergessenheit, wohl weil ihre technischen Erfordernisse 
die Zeitgenossen heillos überforderten. Vor allem die 
sechste Suite galt als unspielbar. Erst im 20. Jahrhun-
dert von Pablo Casal wiederentdeckt gelten sie seit-
her als „Bibel“ für Cellisten.
Nils Mönkemeyer spielt die sechssätzigen Suiten in 
Anlehnung an die historische Aufführungspraxis auf 
Darmsaiten und mit Barockbogen. Das Album enthält 
darüber hinaus eine Bonus-CD mit vier zeitgenössi-
schen Kompositionen, die teils von Mönkemeyer für 
das Album in Auftrag gegeben wurden. Jedes Stück 
beschäftigt sich in unterschiedlicher Weise mit der 
Musik des Barockkomponisten und verdeutlicht, 
welch enormen Einfluss Bachs Werke auch heute 
noch besitzen:
Mit der Sarabande für Solobratsche, die Krysztof 
Penderecki 2006 im Andenken an Bach komponierte, 
gewann Mönkemeyer den Bashmet-Wettbewerb in 
Moskau. Das neo-barocke Solo-Stück „Luce morenda“ 
von Marco Hertenstein ist angelehnt an Bachs „Kunst 
der Fuge“. An Sally Beamischs „Ariel“ fasziniert Mönke-
meyer die Poesie und Melodik. In „Nine Lullabies“ greift 
Konstantia Gourzi schließlich auf die Harmonik von Bachs 
1. Cellosuite zurück.